Ein Jahr im Weinberg

Winter:
Bereits im Januar wird mit dem Rebschnitt das alte Holz entfernt. Mit diesem Arbeitsschritt wird der Ertrag und damit auch die spätere Weinqualität entsprechend der Rebsorte beeinflusst. Anzahl und Länge der Fruchtruten mit ihren Trieben spielen dabei eine wichtige Rolle. Pro Rebstock bleibt nur eine Rute mit 8-12 Augen stehen. In Frostlagen werden zwei Ruten angeschnitten, von denen eine später je nach Austrieb wieder entfernt wird. Die abgeschnittenen Rebtriebe werden zerkleinert und in den Boden eingearbeitet und sorgen somit für eine natürliche Humusanreicherung des Bodens. Der Rebschnitt bleibt bis heute eine sehr aufwendige und intensive Handarbeit. Je Hektar Fläche fallen hierbei 70-100 Arbeitsstunden an. Anschliessend werden die angeschnittenen Ruten "gebogen" und somit am Drahtrahmen des Weinbergs befestigt. Wussten Sie, dass auf jedem Hektar ca. 5000 Rebstöcke stehen, die wir alle einzeln besuchen? Das macht in unserem Betrieb ca. 65000 Hausbesuche pro Arbeitsgang.


Frühjahr:
Im Frühjahr ist im Weinberg Hochsaison. Die Weinreben fangen an zu wachsen. Bodennahe und zu überschüssige Triebe am Stamm werden entfernt. Hierdurch wird für die verbleibenden Triebe Luft zum wachsen geschaffen und somit Pilzkrankheiten aber auch zu hohen Erträgen vorgebeugt.. Auch Nährstoffe werden in dieser Zeit in organischer (z. B. Stallmist, Stroh oder Kompost) oder in mineralischer Form (Magnesium, Kalk oder Phosphat) in den Weinberg eingebracht. Bei der Düngung werden heute Kostenfaktoren und Umweltaspekte besonders berücksichtigt. Mit Hilfe moderner Analysemethoden lassen sich leicht Nährstoffmängel feststellen. Durch gezielte, genau auf den Bedarf abgestellte Düngung und Begrünung der Rebzeilen können Belastungen für das Grundwasser vermieden werden.


Sommer:
Sommer(Juni bis August) Die Reben wachsen und die Triebe müssen hochgebunden werden. Diese Arbeit nennt man "Heften". Offene Weinbergsgassen müssen gegrubbt, begrünte gemulcht werden. Bei uns ist jede zweite Rebgasse dauerhaft begrünt, die offen gehaltenen Rebgassen dienen dazu den Wasserverbrauch der Anlage zu reduzieren und zu steuern. Pflanzenschutz wird bei uns sowenig wie möglich aber gerade nur soviel wie nötig betrieben. Seit mehreren Jahren wird bei uns kein "Gift" mehr eingesetzt. Hier setzen wir auf das Entstehen eines natürlichen Gleichgewichtes von Schädlingen und Nützlingen. Ist die Rebblüte beendet, werden die nun zu lang werdenden Triebe abgeschnitten und die Traubenzone von überschüssigem Laub befreit. So ist eine zur guten Reife nötige Besonnung und Belüftung der nun heranreifenden Trauben gewährleistet. Zudem wird Krankheiten und Pilzbefall durch diese Massnahme vorgebeugt.


Herbst:
(September und Oktober) Die Weinlese beginnt. Erst jetzt wissen wir, ob sich der Aufwand des ganzen Jahres gelohnt hat. Bei uns wird die Ernte mittels Traubenvollernter durchgeführt. Die Rebstöcke werden geschüttelt und die herunterfallenden Trauben in einem Behälter aufgefangen. Heutzutage kann man die Maschinen so einstellen, dass nur gesunde Trauben abfallen und unreife einfach am Stock hängen bleiben. Solch ein Gerät ersetzt die Arbeitskraft von ca 100 Personen. Durch den Einsatz des Vollernters können wir die schönen Tage zur Traubenreife ausnutzen und, sobald schlechteres Wetter gemeldet wird, die Ernte sehr zügig gestalten und somit ein Optimum an Reife erreichen.




Ab sofort macht der Keller die meiste Arbeit. Die Weine müssen bei der Vergärung kontrolliert und begleitet werden. Bei uns werden Weissweine kontrolliert gekühlt vergoren.

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